1. Internationaler Cybermobbing-Kongress 2013 in Berlin

Am 11.09.2013 fand im Steigenberger Hotel in Berlin der in der Überschrift benannte Kongress statt, der vom Bündnis gegen Cybermobbing e. V. durchgeführt wurde. Nach der Eröffnung durch den Vorstandsvorsitzenden Uwe Leest wurden acht Vorträge dargeboten, denen sich eine Diskussionsrunde zum Ende der Veranstaltung anschloss. Internationale Experten (USA, Israel, Australien,Schweiz, Irland, Deutschland) berichteten, wie es um das Thema in den Bereichen Forschung, Prävention sowie Recht und Justiz bestellt ist. Die Veranstaltung war hervorragend organisiert und die zum Teil in Englisch dargebotenen (exzellenten) Vorträge wurden simultan übersetzt. Die Besucher kamen aus unterschiedlichen Arbeitsbereichen, namhaften Behörden und Organisationen und hatten nach jedem Vortrag die Möglichkeit, Fragen an das Podium zu richten, die stets kompetent beantwortet wurden. Die Veranstaltung bestach durch eine hohe Informationsdichte und machte deutlich, wie wichtig dieses Thema in unserer heutigen Zeit ist. Im Folgenden möchte ich Ihnen einen kurzen Überblick darüber geben, was dort besprochen wurde. Da die Vorträge inhaltlich sehr umfassend und viele Fragestellungen sehr detailliert beleuchtet wurden, habe ich mir erlaubt, hier nur jene Aspekte darzustellen, die mir persönlich besonders wichtig erschienen oder zuvor noch nicht so klar waren. Auch bitte ich Sie darum, mir eventuelle Ungenaugkeiten in meinen Ausführungen und Formulierungen nachzusehen. Einleitung Einleitend sprach der Vorstandsvorsitzende Uwe Leest über die Arbeit des Bündnis gegen Cybermobbing e. V. und machte auf die Studie „Cyberlife“ aufmerksam, eine empirische Bestandaufnahme bei Eltern, Lehrkräften und Schülern/innen in Deutschland, die sich auf der Webseite des Vereins nachlesen lässt. Zudem sprach er über aktuelle und geplante Forschungsprojekte und verdeutlichte, wie viel in diesem Bereich noch getan werden kann und muss. Überblick, Bedeutung und Auswirkungen des Phänomens Cybermobbing in den USA...

16. Hamburger Workshop: Konfliktlösung in Betrieben

Am 23.05.2013 fand in den Räumen des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf der 16. Hamburger Workshop mit dem Untertitel „Ethisches Handeln im Unternehmen“ statt, der von Dr. Alfred Fleissner mit Unterstützung durch den Klima e. V. organisiert wurde. Nach einer Begrüßung und Einleitung des Organisators waren zwei Vorträge zu hören, die das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven aufgriffen. Am Nachmittag wurde dann von den Teilnehmenden diskuskutiert, wie ethisches Handeln in der Praxis umgesetzt werden kann und welche Aspekte dabei zu berücksichtigen sind, wobei Personalverantwortliche, Betroffene und Menschen, die sich in der Beratung engagieren, zu Wort kamen. Der folgende Text stellt einen Versuch dar, die Inhalte der Veranstaltung kurz zusammenzufassen. Einleitend wurde auf die Konfliktkostenstudie der KPMG hingewiesen, von der inzwischen ein zweiter Teil vorliegt, in dem sechs anonymisierte Konfliktfälle aus deutschen Unternehmen mit nachgewiesenen Konfliktkosten von 60.000 bis 3 Millionen Euro pro Jahr geschildert werden. 1. Hubert Baalmann: Ethisches Handeln ist nicht nur in der Kirche bedeutsam Hubert Baalman (Diplomjurist und Verbandssekretär der Gewerkschaft für Kirche und Diakonie, vkm Deutschland, Hamburg) erörtete in seinem Vortrag zunächst den Begriff der Ethik, ging dann auf ihre Rolle im wirtschaftlichen Kontext zwischen wirtschaftlichem Erfolg, Rendite und den Arbeitnehmern ein und warf die Fragen auf, welche Konzepte für ethisches Handeln notwendig seien und welche Werte und Prinzipien vorhanden sein sollten? Auch sprach er darüber, was Führungskräfte und Mitarbeiter für die Gestaltung einer gewünschten Unternehmenskultur tun können. In den Niederlanden wurde 1985 der 1. Lehrstuhl für Wirtschaftsethik eingerichet. Seither findet dieser Begriff auch wissenschaftliche Beachtung. Auch in der Richtlinie des Europäischen Rats sind „bessere Arbeitsplätze“ und „sozialer Zusammenhalt“ verankert. Jede Theorie verhallt aber, wenn in der Praxis nichts...

Merkmale einer professionellen Mobbing-Beratung

Was zeichnet eine professionelle Mobbing-Beratung aus? In dem 2012 bei der Bund Verlag GmbH erschienenen „Werkbuch Mobbing“ von Dr. Martin Wolmerath und Dr. Axel Esser beschreibt Monika Neht in dem Artikel „Mobbingberatung im Netzwerk für Qualitätssicherung – Was leistet der Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt?“ jene Qualitätskriterien, die Berater und Beraterinnen des KDA sowie des Vereins „Frauennetzwerk“ gemeinsam erarbeitet haben. Das dabei verfolgte Ziel ist die Definition von Standards in der Beratung sowie die Erstellung einer Übersicht über Angebote und Kompetenzen von entsprechenden Angeboten in Schleswig-Holstein. Das ist deshalb so wichtig, da die Unübersichtlichkeit des Marktes viele Betroffene dazu verleitet, Hilfe an den „falschen“ Stellen zu suchen, also bei jenen „Helfern“, deren Ratschläge vielleicht gut gemeint sind, aber tatsächlich wenig dazu beitragen, die Probleme konstruktiv bzw. zielführend zu beleuchten und aufzulösen. Viele der in diesem Artikel besprochenen Besonderheiten einer (guten) Mobbing-Beratung (im Vergleich zur Beratung bei anderen berufsbedingten Problemen) können als grundlegend betrachtet werden, wie zum Beispiel der Hinweis auf die Wichtigkeit eines sensiblen Umgangs mit den Begrifflichkeiten („Täter“, „Opfer“ und „Mobbing“). Stigmatisierungen und starre Rollenzuschreibungen sind für den Beratungsprozess demnach wenig hilfreich. Auch gilt es in der Beratung, sich der besonderen Situation der Betroffenen bewusst zu sein, wie z. B. die oftmals späte Bereitschaft, sich Hilfe bzw. Unterstützung zu suchen, die Unterlegenheit gegenüber dem Unternehmen sowie die Schwere der durch die Situation ausgelösten psychischen (und körperlichen) Erkrankungen und deren Folgen (z. B. Symptome, die vergleichbar mit denen einer posttraumatischen Belastungsstörung sind, oder Suizide). Dabei sollten auch jene Aspekte berücksichtigt werden, die sich aus der jeweiligen Persönlichkeitsstruktur der in diesen Prozess verwickelten Personen ergeben, ohne dabei außer Acht zu...

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